Social Games

Spiele erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit. Als dann in den 80ern die ersten Computerspiele erschienen, mochte sich wohl niemand ausmalen, welchen Ausmaß dies bis heute nehmen könnte und würde. Anfang der 90er kamen dann die ersten Netzwerkspiele auf den Markt und mit dem Beginn der Verbreitung des Internets, waren alle wichtigen Faktoren für erfolgreiche Multiplayer-Spiele geschaffen.

Mittlerweile beschränken sich die virtuellen Spiele nicht mehr auf den PC, sondern wie allgemein bekannt sind bereits Handys, PDAs und besonders Handhelds (angefangen beim Gameboy bis zur heutigen Generation: Playstation Portable und Nintendo DS) zum mobilen Spielen geeignet. Ziel war es, die Möglichkeit zu schaffen, überall zu spielen: Unterwegs, im Bus oder auf Reisen.

Doch ein Problem gab und gibt es weiterhin: Der kleine Bildschirm. Um die Fülle an Informationen darzustellen braucht es schon einiges an Optimierungen und trotzdessen sind die Lösungen meist nur Suboptimal. Heutzutage gibt es jedoch einen Vorteil: Fast überall wo man ist, findet man einen PC. Vielleicht nicht im Bus, aber bei Reisen ins Ausland gibt es Internet-Cafés und bereits in einigen normalen Cafés.

Ein weiteres Problem gibt es dabei: Die Installation des Computerspieles. Heutzutage sind diese bereits einige Gigabyte schwer und lassen sich nicht mal eben in 10 Minuten installieren. Meist sind Installationen von eigener Software zudem gesperrt. Doch auch dafür gab es eine Lösung: Browser-Games. Man besucht die Seite des Browser-Game Anbieters, loggt sich mit seinen Accountdaten ein und kann sofort weiterspielen.

Die Spiele wurden natürlich darauf angepasst, dass man oft nur wenige Minuten Zeit hat (denn jede Stunde im Internet-Café kostet Geld) und so dauern Fortschritte (wie den Bau eines virtuellen Gebäudes) von einigen Minuten bis hin zu mehreren Tagen. Jedoch gab es auch bei Browser-Games eine „Schwachstelle“: Hat man sich angemeldet, musste man erst seine Freunde dazu überreden, sich auch anzumelden. Man muss persönliche Daten eingeben und nicht selten vergisst man als neuer Spieler nach wenigen Tagen, dass man ja bei Spiel X mal wieder weiterspielen sollte.

Mit dem Hype der Social Networks wurde auch die Grundlage der Social Games gelegt: Mittlerweile ist fast jeder Internetnutzer bei irgend einem Social Network registriert – und dies natürlich nicht alleine: Meist wurde man irgendwann mal von einem Freund, einem Arbeitskollegen oder einem Familienmitglied zu einem Social Network eingeladen und hat sich mit der Zeit einen kleinen Freundeskreis aufgebaut – so jedenfalls der Grundgedanke von Social Networks.

Dies machen sich nun Browser-Games Entwickler zu Nutze: Warum nicht einfach ein Browser-Game in ein Social Network integrieren? Mit nur wenigen Klicks überträgt das Social Network direkt die Daten in das Browser-Game und hat zudem die Möglichkeit, Features aus dem Social Network zu nutzen – zum Beispiel besondere Errungenschaften im Social Game an die Freundesliste zu übermitteln, um deren Aufmerksamkeit auf das Spiel zu lenken.

Ein weiteres wichtiges Feature von Social Games ist die Vernetzung mit Freunden: Melden sich Leute aus der Kontaktliste des Social Networks bei dem Spiel an, können meist innerhalb vom Social Game gemeinsame Gruppen gegründet werden, um erfolgreicher im Spiel zu sein. Kein neues Feature, denn bereits Browser-Games waren meist darauf aufgebaut, doch hier fällt die Vernetzung viel leichter, da die Freunde ja bereits bei dem Social Network registriert sind und somit die Zutrittsbarriere quasi wegfällt.

Doch wie gelangen Browser-Games in Social Networks um zu Social Games zu werden?
Das Stichwort sind Applikationen: Social Networks wie Facebook oder MySpace öffnen verschiedene Schnittstellen für Entwickler der Spieler, damit diese ihr Spiel auf das Social Network anpassen können.

Was genau bringen Social Games den Entwicklern und den Betreibern des Social Networks?
Genau dies wird derzeit bei verschiedenen Spielen herausgefunden. Aber im Endeffekt das gleiche wie bei sogenannten „Free2Play MMOGs“. MMOGs bedeutet Massively Multiplayer Online Games und Free2Play bedeutet, dass nicht wie bei bekannten MMORPGs (Online-Rollenspielen), zum Beispiel World of Warcraft, eine monatliche Gebühr anfällt. Dafür besitzen diese MMOGs einen sogenannten Itemshop. Ein Shop, bei dem virtuelle Gegenstände für das Online-Spiel gekauft werden können – für reales Geld. Diese bringen dem Nutzer einige Vorteile, zum Beispiel ein besseres Aussehen im Spiel oder das schnellere Erreichen von Zielen.

Genau dieses Modell wird nun bei Social Games versucht: Wer reales Geld bezahlt, kommt schneller zum Ziel oder kann sein Aussehen verschönern. Und dieses Modell ist erfolgreich, wie Paradebeispiel Mob Wars zeigt: 22.000$ werden pro Tag umgesetzt!

Doch auch das Modell der Premium-Accounts ist denkbar: Wer monatlich einen gewissen Betrag bezahlt, genießt dauerhaft Vorteile im Spiel. Bei Browser-Games ist dies das übliche Modell.

Da Social Games eine relativ neue Form von Online-Spielen sind, fehlen zum Beispiel noch ein zentrales Bezahlsystem – und genau dies wäre der Punkt, wo das Social Network Einnahmen fahren könnte. Punkte könnten zentral für das Social Network erworben und für alle Spiele innerhalb des Netzwerks genutzt werden. Das Social Network könnte dabei natürlich selbst bestimmen, wieviel die Social Games Entwickler von dem Einkaufspreis der Punkte bekommen.

Dies haben Facebook und MySpace natürlich bereits gemerkt und arbeiten schon seit einiger Zeit an solch einem zentralen Paymentsystem. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich Social Games in Zukunft entwickeln werden. Folgende Statistik von Facebook zeigt schon jetzt den Trend von Social Games:

3 Kommentare

  1. @Xelransu

    New blog post: Social Games http://tinyurl.com/bbvmoh

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  2. @Xelransu

    @Playrough Bitteschön: http://tinyurl.com/bbvmoh 🙂

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  3. Christoph Bornschein

    sehr cooler artikel und vor allem die facebook-connect-einbindung… so langsam hast du es raus!

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