Meme: Kettenbriefe im Web 2.0

Kettenbriefe haben im Web weitesgehend ausgesorgt, denn wer verschickt heute noch sinnlose Nachrichten wie „Du wirst in 7 Tagen deine große Liebe treffen, wenn du diese Nachricht an 7 Personen weiterleitest“. Dass die Lücke, die die fehlenden Kettenbriefe hinterlassen, geschlossen werden musste, war sicherlich jedem klar – auch wenn vermutlich jeder darauf verzichten kann.

Die Kettenbriefe wurden jedoch, bevor sie von Memen (oder Memes?) ersetzt wurden, als virales Marketing gerne genutzt. Virales Marketing, für diejenigen, die es nicht kennen, ist eine Werbebotschaft, die die Empfänger der Nachricht automatisch dazu veranlasst, diese an Freunde weiterzuschicken. Zum Beispiel weil in der Nachricht ein Link enthalten ist, der auf ein lustiges Video oder eine interessante News verlinkt, die so obskrus und unglaublich ist, dass man diese mit allen seinen Freunden oder Bekannten teilen möchte.

Diese Kettenbriefe bekamen ihren Hype, als die Webmessenger wie ICQ oder MSN soweit etabliert waren, dass damit eine große Masse an Menschen angesprochen werden konnte. Mittlerweile finden sich virale Marketing Kampagnen natürlich auch in Social Networks wieder.

Seit einiger Zeit wandern diese Kettenbriefe, nun „Mem“s (deutsch) oder „Meme“s (englisch) genannt, durch die Microblogging-Dienste wie Twitter zum Beispiel. Der Grundgedanke hat sich hierbei jedoch geändert: Es geht nicht mehr darum, mit einer festgelegten Nachricht möglichst viele Menschen zu erreichen, sondern nur ein Thema vorzugeben und dann möglichst viele Meinungen oder Ideen zu dem Thema zu erhalten.

So funktioniert ein Meme

Ein Twitter-User denkt sich ein Thema aus. Nehmen wir einfach das aktuelleste Meme, wodurch ich auch die Idee zu dem Blogartikel kam: Backflicks und Backgames. Ein Backflick ist ein Film, bei dem man die Geschichte rückwärts erzählt. Ein Backgame gilt das Gleiche nur für Games (PC- & Konsolenspiele).

Nun beginnt dieser Starter eines Meme’s und schickt verschiedene Nachrichten zu dem Thema heraus. Hier ein Beispiel für einen Backflick:

@Friedenspanzer #Backgames Zurück in die Zukunft: Dr. Brown stirbt, weil er vergessen hat seine kugelsichere Weste anzuziehen.

Um diese Nachricht für das Meme zu kennzeichnen, wird ein sogenanntes Hashtag verwendet: Ein Wort wird mit einer Raute versehen und fungiert damit quasi als Suchwort (Keyword). Das heißt, man setzt an den Anfang der Nachricht in diesem Fall #backflick oder #backgames. Mitmacher dieser Aktion können dann zum Beispiel auf der Twitter-Seite nach diesem Hashtag suchen und finden dann alle Nachrichten, die zu diesem Thema geschrieben wurden.

Da die Nachrichten immer an alle Follower (also diejenigen, die deine Twitter-Nachrichten abonniert haben) gehen, fragen sich irgendwann die ersten: Was hat es mit #backflick zu tun? Nach der Erklärung kann dann der Fragende entscheiden, ob er mitmachen möchte oder nicht. Umso mehr mitmachen, desto mehr erreicht es auch (Prinzip von Kettenbriefen, viralem Marketing…).

Der Vorteil von Meme’s ist die Verteilung: Es ist nicht mehr notwendig, die Nachrichten an seine Freunde zu verschicken, da alle Follower die Nachrichten sowieso bekommen. Der Nachteil ist jedoch auch hierbei: Wer Meme’s nicht mag, wird wohl einige Twitter-Kontakte löschen müssen, denn die Meme’s breiten sich rasant aus und irgendwann zwitschert bei jedem ein #backflick oder ein #backgames ein.

Meiner Meinung nach sind die Meme’s genauso sinnvoll wie Kettenbriefe, machen jedoch mehr Spaß, da die eigene Kreativität gefragt ist. Und ja, auch ich mache bei Meme’s gerne mit wenn das Thema sinnvoll ist, wer mir also „folgen“ möchte, sollte sich vorher darauf gefasst machen.

6 Kommentare

  1. @Xelransu

    Blog: : Meme: Kettenbriefe im Web 2.0 http://tinyurl.com/bnj7q6

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  2. Pascal

    Vorsicht, Stolperfalle: Der allgemein anerkannte Tag ist #backgames!

    (Und ohne nach Aufmerksamkeit schreien zu wollen: Ich werd gerne auch als Quelle genannt wenn mich jemand zitiert.)

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  3. Sascha

    Stolperfalle korrigiert, danke.

    Und die Quelle ist nun drin 😉

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  4. Sascha

    Die Zeit der Kettenbriefe ist vorbei? erzähl das mal meiner Freundin, die sich regelmäßig darüber ärgert, wenn ihre Freundinnen und Kolleginnen ihr den Mail-Account mit solchen Briefen zugemüllt haben. Irgendwie scheinen Frauen in der Hinsicht sowieso eher dazu zu neigen, solche Kettenmails weiterzuschicken.

    Wenigstens was meine Freundin angeht kann ich jedoch sagen, dass dort auflaufende Kettenmails ein jähes ende finden und nicht weitergeschickt werden. Trotzdem erfreut sie sich noch bester Gesundheit, hat einen annehmbar großen Freundeskreis und ist noch nicht x-mal gestorben 😉

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  5. Sascha

    Das dachte ich mir schon, aber der Hype um die Kettenbriefe ist meines Erachtens vorbei! Mich jedenfalls erreichen nur noch alle paar Wochen/Monate noch ein Kettenbrief.

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  6. Pingback: Twitter als Promotion-Plattform | Community-Manager.info

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