Facebook vs. Google – Kampf der Giganten

Google, 1996 unter dem Namen „BackRub“ gegründet und seit 1998 unter dem Namen Google zu finden, ist seit Jahren der Marktführer bei der Suche im Internet. Google hat sich in den Jahren ein wahres Imperium aufgebaut und keine Seite im Netz hat mehr Besucher. Oder besser gesagt hatte: Denn dann kam Facebook. Gegründet im Jahr 2004 als Studentennetzwerk für die Harvard University ist es mittlerweile geschätzte 10 Millarden Dollar wert und wird von über 400 Millionen aktive Mitglieder weltweit genutzt. Und nun geht Facebook in Angriffsstellung.

Auf der Facebook Entwicklerkonferenz f8 hat das Netzwerk ihre Pläne für die Zukunft veröffentlicht: Facebook soll zum Zentrum aller Aktivitäten im Internet werden, dafür öffnet sich die Plattform immer mehr externen Webseiten und bietet die entsprechenden Tools an, um sich mit dem Netzwerk zu verbinden.
Facebook hat es bereits im März geschafft, Google’s Website-Traffic zu übertrumpfen und baut diesen Vorsprung weiter aus. Auch in Deutschland ist Facebook bereits auf der Überholspur. Dabei sind Facebook User aus noch loyaler und verbringen mehr Zeit im Netzwerk. Darüber hinaus wird berichtet, dass Facebook bereits einigen Newsseiten mehr Traffic bringt als Google.
Das Suchen von Webseiten wird abgelöst durch das Finden: Empfehlungen von Freunden wird mehr Vertrauen geschenkt und mit den neuen Features des Open Graph kann über semantische Mechanismen die Relevanz gesteigert werden. Wir sind auf dem Weg in das Web 3.0, bevor das Web 2.0 überhaupt allgemeine Akzeptanz in Unternehmen findet. Für den Konsumenten ist dies natürlich erfreulich, aber wenn sich Internetplattformen und  Produktwebseiten den neuen Anforderungen – und damit verbundene Möglichkeiten – verschließen, kann es zu erheblichen Traffic- und damit Umsatzeinbußen kommen.

Facebook ist im Web 2.0 einen großen Schritt vor Google, dessen letzter Versuch, Google buzz, sich bisher nicht etablieren konnte. Die Userprofile von Facebook vermutlich bereits umfangreicher als die gesammelten Daten von Google und werden mit dem Open Graph weiter vervollständigt. Kontextsensitive Werbung hat Google zum Marktführer verholfen, aber genau dieser Bereich könnte in Zukunft abgelöst werden. Anstatt zu analysieren, was den User wirklich interessiert, passiert dies bei Facebook freiwillig über den „Gefällt mir“-Button, der sich in Zukunft auf immer mehr Webseiten befinden wird.
Wenn Facebook nun ein Werbenetzwerk starten würde, hätten Google Adsense & Adwords wohl das Nachsehen, denn Facebook kann genauer die Zielgruppe einer Werbekampagne bestimmen: Alter, Wohnort, Interessen – der User gibt die Daten freiwillig an und hält diese für das Netzwerk aktuell. Die genaue Zuordnung aller Aktivitäten des Users findet über die UserID statt, wogegen Google sich oft nur mit der IP-Adresse zufrieden geben muss, die sich nach jeder Neuverbindung in das Internet ändert.
Ob Google bereits einen Gegenschlag plant ist nicht bekannt, aber ohne sich zur Wehr zu setzen wird sich das Unternehmen nicht vom Thron stoßen lassen. Sie sollten sich für den Gegenschlag jedoch nicht zu viel Zeit lassen, denn Facebook wächst täglich um mehr als eine halbe Million Mitglieder.

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