Dezentrales Community-Management

Community-Management wird bei vielen Firmen immer größer geschrieben, trotzdessen sind die Aufgaben eines Community-Managers noch nicht klar verteilt. Generell fungiert er jedoch als Bindeglied zwischen Community und Anbieter und vertritt die Interessen beidermaßen.

Doch wie sieht es aus mit einem dezentralen Community-Management?

Ich meine damit Community-Management, welches ausserhalb der vom Betreiber angebotenen Plattform stattfindet, denn ein Community-Manager muss der Community helfen – und dies theoretisch auch Plattformübergreifend.

So könnte es in Zukunft zum Job eines Community-Managers gehören, sich auf Social Networks wie StudiVZ, SchülerVZ oder Facebook anzumelden und den Gruppen zu den Produkten beizutreten. Bei MMORPGs beispielsweise müsste ein Community-Manager auch auf den Fanseiten, Wiki’s und allgemeinen Gamesportalen vertreten sein.

Die Frage ist, ob solch ein dezentrales Community-Management ganz offiziell überhaupt Sinn macht. Die offizielle Community sollten eigentlich alle Nutzer eines Produktes kennen, wodurch auch der größte Teil der Community erreicht wird. Wenn nun der Community-Manager auf Plattformen anderer Betreiber die kleinen Community-Gruppen ebenfalls erreichen möchte, bedarf es nicht nur viel Zeit, sondern auch der Nutzen daraus könnte gering sein, denn wieviele Nutzer sind auf inoffiziellen Portalen aktiv, nicht jedoch auf der offiziellen Community?

Trotzdessen sollte meiner Meinung nach der Community-Manager einen weiten Blick auch ausserhalb der eigenen Community haben, um mögliche Belange schnellstmöglich festzustellen. Denn teilweise sind inoffizielle Gruppierungen der Community aktiver, als in der offiziellen Community, da bei dieser oft strengere Regeln beachtet werden müssen oder die Angst vor Sperrung des Accounts auf der offiziellen Community zu groß ist, um sich über Probleme oder Fehler zu beschweren.

Was haltet ihr von dezentralem Community-Management und wendet ihr es selbst an oder würdet ihr es anwenden, wenn ihr als Community-Manager arbeiten würdet?

3 Kommentare

  1. @Xelransu

    Blog: : Dezentrales Community-Management http://tinyurl.com/bp6zxx

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  2. Sascha

    Ich denke, dass sich ein dezentrales Community-Management, so wie du es beschrieben hast, schlichtweg nicht sinnvoll realisieren lassen könnte.

    Machen wir das doch einfach am Bereich der MMORPGs fest: Kaum ist ein neues MMORPG auf dem Markt -oder gar nur angekündigt- schon sprießen entsprechende Fansites dazu aus dem Boden… in niht geringer Anzahl. Hinzu kommt eine größere Menge an Seiten, die zu entsprechenden MMORPG-Portalen (buffed, gamona, onlinewelten etc.) gehören und für so ziemlich jedes Spiel eine „Unterrubrik“ anlegen.

    So entsteht nach recht kurzer Zeit eine große Menge an Seiten zu dem Thema. Sicher, einige der so gebildeten Communitys sind sehr klein und könnten evtl. außer Acht gelassen werden, aber es bleiben dennoch unter dem Strich recht viele Seiten übrig, die man „im Auge behalten müsste“, um dort auftauchende Fragen zu beantworten oder anderweitig die dortigen Communitys zu bedienen. Wenn man bedenkt, dass selbst Spieler mit viel Freizeit selten in mehr als 2-3 Communitys zu „ihrem“ Spiel unterwegs sind, kann man sich eigentlich ausmalen, dass das für einen einzelnen Community-Manager nicht zu schaffen wäre. Es müssten also mehrere Leute pro Spiel als solche Manager tätig sein, nur um die fremdbasierten Communitys zu bedienen. Die ureigene Community haben wir da bisher noch völlig außer cht gelassen. Ich denke nicht, dass das sonderlich praktikabel ist.

    Zudem bin ich der Ansicht, dass diese Art von Kundendienst bei den Fremdcommunitys nicht unbedingt überall gern gesehen wäre. Viele ziehen sich ja gerade deswegen in inoffizielle Communitys zurück, weil sie die offizielle meiden wollen, sei es wegen strengerer Regeln oder weil ihnen der „Ton“ in anderen Foren besser gefällt etc.

    Natürlich kann ein Community-Manager -z.B. auch unter anderem Namen- unbekannt Teil der inoffiziellen Communitys sein, um so gewisse Strömungen und Wünsche aufzunehmen, aber ein öffentliches Bekenntnis (=ich bin der offizielle Community-Manager des Spiels XY) halte ich für kontraproduktiv.

    Viele Communitys sind stolz darauf, aus eigenen Kräften einen oftmals ganz guten Support bieten zu können, mit Rat & Tat bei Problemen im Spiel als auch bei der echnik oder dem drumherum helfen zu können. Das sollte man ihnen nicht nehmen. Wenn tatsächlich einmal niemand mehr weiter weiß, erfolgt schon noch der Hinweis, dass man sich an einen GM / Communitymanager / den Hersteller, halt einfach die „zentrale Anlaufstelle“ wenden solle.

    Zusammenfassend denke ich also, dass eine dezentrales Communitymanagement in offizieller Form in meinen Augen a) zu viele Ressourcen fressen würde und b) auch bei den Fremd-Communitys nur bedingt gut ankäme. Sofern es sich aber realisieren ließe, käme evtl. infrage, sich unbemerkt in Fremd-Communitys aufzuhalten, um unerkannt „näher“ am „Markt“ zu sein.

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  3. Sascha

    Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar.

    Ich sehe das ähnlich wie du: Dezentrales Community-Management ja, offiziell nein.

    Trotzdessen kenne ich einige Fälle, in denen Community-Manager offiziell auf Fanseiten unterwegs sind und sogar innerhalb der Forencommunity mit dem Community-Manager Gewinnspiele und andere Aktionen gemacht werden – und dies wird gut von der Community angenommen (zumindest das, was man liest).

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