Das Internet der Zukunft

Täglich entstehen neue Internetseiten und auch täglich werden neue Domains registriert. Die meisten der frisch erstellten Webseiten überleben kaum den ersten Monat und diejenigen die überleben, stehen in großer Konkurrenz mit mehreren Mitbewerbern. Die wenigen Webseiten, die neu sind und sich durchsetzen können, bieten manchmal jedoch einen wirklichen Mehrwert und einen Innovation im Web.

In den letzten Jahren hat sich das Internet natürlich sehr gewandelt. Von der großen Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende, über den Aufstieg der Chaträume, Foren und Blogs bis zum Web 2.0: Kein Industriezweig ist in den letzten 20 Jahren schneller gewachsen.

Doch wie sieht das Internet in der nahen und fernen Zukunft aus? Wissen kann dies heutzutage wohl niemand, aber spekulieren an Hand der heutigen Trends ist wohl möglich. Deshalb nun meine Überlegungen zum Internet der Zukunft:

Semantisches Web

Die künstliche Intelligenz wird seit Jahren verbessert und besonders in Filmen und Romanen träumt man seit Langem von Robotern mit menschlichem Verständnis. Semantisches Web ist quasi die künstliche (menschliche) Intelligenz einer Webseite – speziell einer Suchmaschine: Die Verarbeitung der Informationen von unterschiedlichsten Webseiten und die Darstellung optimiert für den User. Oder einfach gesagt: Genau das finden, was man auch sucht.
Ein Beispiel: Wer nach „Berlin“ sucht, wird nicht nur Webseiten finden, die das Suchwort enthalten, sondern übersichtlich die wichtigsten Informationen darstellen: Wieviele Einwohner hat die Stadt? Welches Wetter herrscht dort derzeit? Wo kann ich meinen Flug dorthin buchen?
Derzeit versucht Wolfram|Alpha genau dies zu erreichen – bisher mit mittelmäßigem Erfolg.

Social Media (Web 2.0)

Natürlich wird in Zukunft das Web 2.0 immer weiter an Bedeutung gewinnen. 300 Millionen Mitglieder auf Facebook zeigen deutlich, wo die Interessen der Webnutzer liegen. Auch in Zukunft wird besonders viel Wert auf den sozialen Kontext gelegt und für die Werbebranche wichtig: Die persönlichen Empfehlungen. Ich denke, dass die herkömmliche Werbung zwar nicht verschwinden wird, allerdings an Bedeutung verlieren wird und sich dem modernen Zeitalter anpassen muss, um weiterhin lukrativ zu sein.

Social Semantic Web (Web 3.0)

Das Web 3.0 ist wohl noch eher ein „Buzz-Wort“ als das Web 2.0, welches mittlerweile im „Mainstream“ angekommen ist. Das Web 3.0 ist dabei die Verbindung aus Web 2.0 und semantischem Web. Das wirklich interessante am Web 3.0 ist meines Erachtens, dass bereits ein Wort für etwas existiert, was es eigentlich noch nicht gibt – zumindest fällt mir kein Beispiel dazu ein. Gut, Facebook probiert es mit den „Höhepunkten“ an der rechten Seite, aber das ist 100%ig noch nicht alles, was das Web 3.0 zu bieten hat.
Denn im Web 2.0 wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten, sobald die eigene Freundesliste etwas größer wird. Bei Facebook ploppen alle paar Minuten neue Stautsmitteilungen auf und Twitter wirkt wie ein Livestream vom Reisfestival in China, bei dem jedes Reiskorn eine eigene Stimme bekommen hat.
In Zukunft wird es also auch dort immer wichtiger, die übermittelten Daten zu ordnen und für den User aufzubereiten. Vielleicht wird es dann auch möglich sein, bei mehr als 200 Followern trotzdem noch den Überblick über die wichtigsten Inhalte zu behalten.

Desktop Anwendungen

Ein Bereich, der meines Erachtens viel Potential besitzt und bisher wenig Beachtung findet. Okay, es gibt einige Anwendungen für Social Networks, einige Messenger, Mailprogramme etcpp. Doch wieso muss ich, wenn ich meine Rechenmaschine starte, erst einmal mindestens 5 Programme öffnen, um halbwegs den Überblick zu haben? Seit Jahren warte ich auf ein Programm, welches ich starte und direkt im Bilde bin, was in meiner Abwesenheit geschehen ist: Messenger-Nachrichten, Emails, News von ausgewählten Webseiten, Blogeinträge, Statusmitteilungen etc. Vielleicht habe ich so ein Programm bisher übersehen. Falls dies der Fall ist bitte schnellstens in den Kommentaren mitteilen. Soweit mir bekannt gibt es so etwas jedoch noch nicht – dabei ist die Erstellung eines solchen Programms wohl nicht unmöglich. Also bitte liebe Programmierer: Erstellt mir eine solche Anwendung – ich glaube ich bin nicht der Einzige, der diese gerne nutzen würde.

Mobiles Internet

Der Boom gelang mit dem iPhone und das war erst der Anfang. In Zukunft wird wohl so gut wie jeder mobil auf das Internet zugreifen können und im Zusammenspiel mit dem Web 2.0 die für einen selbst relevanten Informationen mit Anderen teilen. Denn Gedanken entstehen nicht erst, wenn man zu Hause am Heimrechner sitzt, sondern immer und überall – und genau diese teilen bereits Millionen von Menschen über Twitter. Momentaufnahmen in Form von Fotos oder Videos sind genau dann interessant, wenn sie entstehen und verlieren mit der Zeit zunehmend an Aktualität und damit Interesse an den Medien von Anderen. Und natürlich wird auch die Möglichkeit der Informationsbeschaffung unterwegs genutzt und weiter Nutzen finden. Eine mobile Version der Webseite oder eine iPhone App wird damit quasi zur Pflicht für Seitenbetreiber.

Datenspeicherung im Internet

Verschiedenste Anbieter versuchen bereits in diesem Bereich Fuß zu fassen – bisher mit eher mittelmäßigem Erfolg. Ich glaube jedoch, dass in Zukunft noch mehr Daten im Internet gespeichert werden – besonders im Zusammenspiel mit dem mobilen Web: Fotos und Videos werden dabei nicht auf dem Handy gespeichert, sondern direkt hochgeladen und nutzbar gemacht. Durch die verstärkte Nutzung des mobilen Webs werden auch immer mehr Informationen auf dem Handy erstellt, die dann auf dem Heimrechner oder auf der Arbeit fehlen würden. Auch diese Daten werden synchronisiert und überall abrufbar gemacht.

Fazit

Das Internet wird auch in Zukunft rasend schnell wachseln und sich weiter entwickeln. Fakt ist, dass auch die Nutzerzahlen weiter steigen werden und in naher Zukunft nahezu 100% der über 8-Jährigen im Netz vertreten sein werden. Neben den durchaus positiven Effekten wird sich natürlich auch die Sicherheit und damit die Regeln und Gesetze weiter entwickeln müssen – leider zeigt bereits die Gegenwart und Vergangenheit, dass die Sicherheit sich nicht annähernd so schnell an die neuen Begebenheiten des Internets anpassen konnte und wohl auch nicht können wird. Ich hoffe nur, dass nicht genau dieses Problem uns früher oder später zu einem Verhängnis wird und noch größeren Schaden entsteht, als der bereits entstandene.

Trotz Allem blicke ich natürlich erwartungsvoll in die Zukunft und freue mich bereits jetzt über die neuen Technologien, die es vielleicht endlich möglich machen, mir die Informationen zu geben, die ich haben will – ohne Pornowerbung und blinkende Gif-Animationen.

4 Kommentare

  1. Pingback: Von xxx – Die Frühstückslinks - Frühstückslinks - Alles2null

  2. Lutz

    Hi,
    zu deiner Anwendung die alles auf einem Blick zeigt, fallen mir diverse Startseiten-Dienste ein. Einer der mir namentlich einfiel war http://www.allyve.com/

    Einfach als Startseite machen, Firefox an und du hast alle Infos 😉

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  3. Sascha

    Das habe ich eine Zeit lang genutzt, ist aber nicht einmal annähernd das, was ich mir vorstelle. Die Kästchen sind vorgegeben in Größe und Form, es gibt nur wenige Services, die unterstützt werden und man wird meist nur auf die Seite weitergeleitet und kann über Allyve selbst fast nichts machen.
    Ausserdem bekommt man keine Benachrichtigung, wenn etwas neues erscheint und man muss immer das Browserfenster offen haben, was gerade bei mir untergeht, weil ich immer mindestens 10 Seiten offen habe.

    Da ist noch einiges zu machen!

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  4. Pingback: Google Me gegen facebook - Kampf der Social Networks | Community Manager Blog

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